In-Vitro-Befruchtung von Eizellen einer Spenderin mit Samen des Partners
Die Eizellen der Spenderin werden im Labor mit dem Samen des Partners der Empfängerin befruchtet, und anschliessend die daraus entstandenen Embryonen in die Gebärmutter der Frau mittels eines Embryonen-Transfer eingepflanzt. Die Empfängerin wird einer hormonellen Behandlung unterzogen, um die Gebärmutter auf die Implantation der Embryonen vorzubereiten.
Nach der spanischen Gesetzgebung ist die Spende von Eizellen anonym (Spender und Empfänger dürfen keine Kenntnisse über den anderen haben, dies gilt aktuell und in Zukunft.) und freiwillig (die Vermarktung von Eizellen und Embryonen ist nach spanischem Gesetz verboten). Die Spenderinen bekommen eine finanzielle Entschädigung für die aufgewendete Zeit. Ein weiteres Gesetz besagt, dass die Spenderinnen zwischen 18 und 35 Jahren sein müssen.
Ablauf der IVF mit Eizellspende:
Erste Phase (Auswahl der Spenderin)
Die Wahl einer Spenderin für das Eizellspendeprogramm erfolgt nach strengen medizinischen Kriterien. In erster Linie wird eine allgemeine klinische und gynäkologische Untersuchung durchgeführt, unter anderem um festzustellen, ob eine gute Eierstocksfunktion gewährleistet ist, und um übertragbare Pathologien wie Infektionen oder genetische Veränderungen ausschliessen zu können. Sie muss sich daher einer Untersuchung unterziehen, um sicherzustellen, dass keine infektiösen Krankheiten (wie Hepatitis B und C, HIV, Gonokokken,Chlamydien und Syphilis) übertragen werden können. Außerdem werden die Blutgruppe, die Basishormonwerte und der Karyotyp ( genetische Untersuchung) bestimmt, und die Untersuchung der Zervixzytologie, der zerviko-vaginalen Bakteriologie und eine vag. Ultraschalldiagnostik durchgeführt.
Die Ergebnisse werden von einem Arzt überprüft und anhand eines Fragebogens, der von der Patientin wahrheitsgemäss beantwortet werden muss, eventuelle persönliche und familiäre genetische Krankheiten erfragt, um diese ausschliessen zu können. Der adäquate geistige Zustand der Patientin durch ein psychologisches Gutachten festgelegt. Zuletzt wird von der Patientin eine gesetzlich festgelegte Einwilligung unterschrieben, wobei sie akzeptiert, ihre Eizellen zur Spende freizugeben und in keinster Weise zu versuchen, die Empfängerin zu ermitteln.
Zweite Phase (Behandlung der Spenderin)
Die Spenderinen müssen sich einer speziellen hormonellen, ca. zweiwöchigen Behandlung unterziehen, deren Ziel ist, die Eierstöcke zu stimulieren, damit mehrere Follikel mit Eizellen heranreifen. Dabei werden den Spenderinen subkutane Spritzen verabreicht, und der Verlauf der Follikelentwicklung durch Ultraschalluntersuchungen und Blutanalysen (ungefähr 5 Blutanalysen) kontrolliert. Die Eizellen werden abschliessend durch eine Punktion in Vollnarkose gewonnen.
Dritte Phase (Befruchtung und Embryonen-Übertragung)
Ebenso wie bei einer künstlichen In-Vitro-Befruchtung mit eigenen Eizellen der Patientin werden die gewonnenen reifen Eizellen der Spenderin während einiger Stunden kultiviert und währenddessen die Spermatozoen für die Befruchtung vorbereitet. Anschliessend wird die Insemination vom Biologen durchgeführt, die darin besteht, die Spermatozoen (zwischen 50.000 und 100.000) in dem Medium, das die Eizellen enthält, zu plazieren,. Am nächsten Tag wird die Anzahl der befruchteten Eizellen festgestellt und damit die daraus resultierenden Embryonen. Die Empfängerin wird mittels einer hormonellen Vorbehandlung auf den Embryonentransfer vorbereitet, dies geschieht über mehrere Wochen mittels Östrogenbehandlung (Tabletten bzw. Pflaster) und Progesteronen (Gelbkörperhormon).Die geeigneten Embryonen werden der Patientin 2 – 3 Tage nach der Punktion eingepflanzt. Für den Embryonentransfer werden normalerweise 1-2 ( max. 3) Präembryonen ausgewählt und in einen feinen Katheter plaziert. Dieser Katheter wird durch einen Gynökologen unter Ultraschallüberwachung in die Gebärmutterhöhle (Cavum) eingeführt und so die Embryonen in das Zentrum des Cavum eingepflanzt.
Vierte Phase (Kryokonservierung)
Die transfer-geeigneten Embryonen, die nicht übertragen wurden, werden mit flüssigem Stickstoff eingefroren (Kryokonservierung) und im Labor der Embryonenbank aufbewahrt. Diese Embryonen können in einem späteren Zyklus verwendet werden; d.h. wenn der erste Versuch fehlgeschlagen ist, und keine Schwangerschaft erfolgt oder auch nach erfolgreicher Schwangerschaft.
Indikationen für diese Behandlung:
1. Frauen ohne Eierstocksfunktion. Frauen, deren Eierstöcke nicht mehr in der Lage sind, befruchtungsfähige Eizellen zu produzieren. Hierfür kann es verschiedene Gründe geben:
-Frühzeitige Wechseljahre: Vorzeitiges Ende der Ovarfunktion (vor dem 40. Lebensjahr). Dieser Funktionsstörung, die die Hälfte der Eizellenempfängerinen betrifft, können verschiedene Ursachen zugrunde liegen:
- Idiopatische (d.h. ungeklärt,häufigster Grund)
- Genetische Ursachen
- Imunologische,- oder Autoinmune Abweichungen
- Chirurgische Eingriffe der Eileiter
- Chemotherapie oder Radiotherapie
- Normaler Ablauf der Wechseljahre: Die Auswahl dieser Empfängerinnen wird in Abhängigkeit von Alter und generellem Gesundheitszustandes getroffen.
2. Frauen mit Eierstocksfunktion. Frauen, deren Eierstöcke (Ovarien) Eizellen produzieren, aber nicht in adequater Menge, oder Frauen, die Träger genetischer Krankheiten sind, oder bei denen chromosomale Abweichungen festzustellen sind. Die Methode der Eizellenspende kommt außerdem in den folgenden Fällen zum Einsatz.
-Mehrmaliges Fehlschlagen einer In-Vitro-Befruchtung. In einigen Fällen wird mit den “klassischen” Methoden dieser künstlichen Fortpflanzungstechnik keine Schwangerschaft erziehlt.
-Schlechtes Ansprechen auf eine Stimulation der Eierstöcke im Rahmen der Sterilitätsbehandlung.
-Mehrfaches Versagen der Befruchtung aufgrund schlechter Qualität der Eizellen
-Mehrfaches Fehlschlagen der Implantation “normaler” Embryonen.
-Okkulte Funktionsstörung der Ovarien: Hierbei handelt es sich um Frauen, deren Monatszyklus regulär ist, aber unter hormonellen Störungen leiden und dadurch eine Fehlfunktion der Eierstöcke haben.
-Frauen nach dem 43. Lebensjahr mit normalem Monatszyklus. Die Fruchtbarkeit ist direkt mit dem Alter verbunden. Daher empfiehlt man in einigen Fällen den Frauen, die älter sind als 43 Jahre, die künstliche In-Vitro-Befruchtung mit gespendeten Eizellen. Des weiteren erhöht sich in diesem Alter das Risiko der Fehlgeburten und der chromosomalen Abweichungen des Fetos.